Was passiert, wenn man plötzlich vor einer Situation steht, die alles verändert? Genau dieser Frage ging die szenische Lesung „Das Boot ist voll!“ nach, die am 30. September in der Aula des Gymnasiums Groß Ilsede für den 10. Jahrgang aufgeführt wurde.

Die Sprecherinnen und Sprecher des Spielkreises Theater der Matthiaskirche – Christine Gerne, Jochen Gerner und Arne Borstelmann – erzählten die Geschichte von Vito, der auf Lampedusa eine kleine Eisdiele betreibt und unerwartet mit der Rettung von Flüchtlingen konfrontiert wird. Aus einer scheinbar normalen Alltagssituation wird eine Erfahrung, die Vitos Leben und seine Sicht auf die Welt für immer verändert.

Dabei ging es nicht nur um Flucht und Migration, sondern vor allem um Menschen: um Angst, Hilflosigkeit, Mitgefühl, Wut und die Frage, wie wir selbst handeln würden, wenn wir plötzlich in einer solchen Situation wären. Die Geschichte machte deutlich, dass hinter Zahlen und Schlagzeilen immer einzelne Menschen mit ihren eigenen Geschichten stehen.

Besonders spannend: Auch der Autor des Stückes war vor Ort. Er erzählte, wie das Projekt entstanden ist, und stellte sich anschließend den Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Die Lesung war deshalb mehr als eine Theateraufführung. Sie gab Anlass, über eigene Vorstellungen, Verantwortung und Menschlichkeit nachzudenken – und vielleicht auch über die Frage: Was würde ich tun, wenn ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort wäre?