„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist am Gymnasium Groß Ilsede kein bloßes Motto, sondern gelebte Verantwortung. Am 29.01.2026, in zeitlicher Anknüpfung an den Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar, wurde diese Haltung beim großen Projekttag sichtbar, hörbar und spürbar – in Klassenzimmern, Küchen und auf Exkursionen weit über das Schulgelände hinaus.

Der Projekttag erfüllt nicht nur die verpflichtende regelmäßige inhaltliche Arbeit im Rahmen des Courage-Netzwerks, sondern setzt ein deutliches Zeichen: Gegen Diskriminierung, gegen Ausgrenzung und für ein respektvolles, demokratisches Miteinander. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, Empathie zu stärken und die Schulgemeinschaft nachhaltig für gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren. Denn eine Schule ohne Rassismus „entsteht nicht nur durch ein Schild am Schuleingang, sondern durch Menschen, die hinsehen, die Mut haben mitzureden und mitzugestalten“, so Christiane Vieweg, Koordinatorin des Projekttages. 

Der Tag sei ein „sinnvolles Projekt, das das Thema Rassismus dauerhaft im Blick behält und zugleich aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen aufgreift“, betont auch Schulleiter Malte Holthusen.

Kreativ, praktisch, persönlich: Lernen mit Kopf, Herz und Hand

Die Vielfalt der Projekte zeigte, wie facettenreich das Thema angegangen wird. Unter dem Titel „Mode gegen Rassismus“ entstanden bunte T-Shirts mit klaren Botschaften – tragbare Statements für Vielfalt und Zusammenhalt (siehe Titelbild). Beim Selbstbehauptungstraining „Löwenstark“ lernten Kinder, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen, Selbstvertrauen zu entwickeln und respektvoll für sich einzustehen.

Auch der Projekttitel „Kochen verbindet“ machte deutlich, worum es ging: Internationale Gerichte wurden gemeinsam zubereitet, Rezepte geteilt und Geschichten erzählt. Essen wurde hier zur Brücke zwischen Kulturen. Eindrücklich und nachdenklich wurde es beim Film „Wüstenblume“, der Tabuthemen aufgriff und Raum für Gespräche über Menschenrechte, Unterdrückung und Zivilcourage schaffte.

Lernen vor Ort: Geschichte begreifen, Verantwortung übernehmen

Ein besonderer Schwerpunkt lag ebenfalls auf Exkursionen, die historische und politische Bildung greifbar machen. Ob beim Stadtteilrundgang durch Linden zur Geschichte im Nationalsozialismus, der Führung entlang der Stolpersteine in Peine, beim Besuch der Gedenkstätte Schillstraße in Braunschweig oder beim Plenarbesuch des Niedersächsischen Landtags – überall ging es darum, aus der Vergangenheit für die Gegenwart zu lernen.

Auch jüdisches Leben in Hannover sowie Kunstausstellungen in Braunschweig mit begleitenden Workshops eröffneten neue Perspektiven und zeigten, dass Erinnerungskultur, Demokratie und Toleranz untrennbar zusammengehören.

„Durch das Lernen im öffentlichen Raum wird Geschichte konkret, emotional und nachvollziehbar. Das stärkt historisches Bewusstsein, fördert Empathie und macht deutlich, dass Zivilcourage und demokratisches Handeln keine abstrakten Begriffe sind, sondern auch heute Verantwortung bedeuten“, so Lehrkraft Helge Meyer.

Vielfalt als Stärke – heute und morgen

Alle Projekte einte ein gemeinsames Ziel: Rassismus sichtbar machen, Toleranz fördern und darüber hinaus Themen wie Freundschaft, Mobbing, Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis zu thematisieren. Ein guter Impuls außerhalb eines normalen Schulalltags – für Gespräche, für Reflexion und für ein respektvolles Miteinander.

Der Projekttag „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Gymnasium Groß Ilsede zeigt: Haltung beginnt im Kleinen – und wirkt weit über die Schule hinaus. Wenn junge Menschen lernen, hinzusehen, zuzuhören und füreinander einzustehen, dann wächst aus einem Projekttag eine Haltung fürs Leben.

Von Aliyah Suleiman Koro (8.5) und Marco Hirschl

weitere Eindrücke einiger Projekte:

…und natürlich auch nochmal im Video-Format🙂