Zwischen Rap, Politik und der Frage, was wir eigentlich selbst mit Demokratie zu tun haben
Was hat Rap mit Demokratie zu tun? Eine ganze Menge – das wurde am 17. August 2026 am GGI deutlich. Auf Einladung der Kultur AG unter der Leitung von Herrn Meyer war der Rapper SPAX zu Gast und hielt vor den Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 bis 13 unseres Gymnasiums eine besondere Performance über Politik, Gesellschaft und demokratisches Miteinander.
Seine zentrale Botschaft hatte dabei auch gleich einen passenden Titel: „Demokratie ist Mitmachsport!“
Und damit meinte SPAX nicht, dass Demokratie irgendwo auf einem Spielfeld stattfindet, während wir gemütlich auf der Tribüne sitzen. Ganz im Gegenteil: Alle sind beteiligt. Demokratie funktioniert nicht durch bloßes Zusehen oder stumpfes Abnicken, sondern lebt davon, dass Menschen sich informieren, eine eigene Haltung entwickeln und sich einmischen.
„Ihr habt das Privileg zu wählen“
Besonders richtete sich SPAX an die Jugendlichen im Publikum. Die bevorstehenden Kommunalwahlen waren dabei ein konkreter Anlass, über die eigene Rolle in einer Demokratie nachzudenken. Für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet die kommende Wahl schließlich mitunter: Zum ersten Mal selbst wählen gehen.



SPAX machte deutlich, dass dieses Recht nicht selbstverständlich ist. Wer wählen darf, besitzt die Möglichkeit, Entscheidungen mitzugestalten – und damit auch Verantwortung.
Während der Veranstaltung ging es nicht darum, für oder gegen eine bestimmte Partei zu werben. SPAX, der auch schon mit Künstlern, wie Eko Fresh, Jazzkantine oder LL Cool J zusammengearbeitet hat, machte kein politisches Programm, sondern forderte dazu auf, sich selbst ein Urteil zu bilden. Denn dafür braucht es vor allem eines: Information und Wissen.
Demokratie ist nicht konfliktfrei
Eine weitere Botschaft blieb hängen: Politik und Demokratie sind nicht konfliktfrei. Menschen haben unterschiedliche Interessen, Meinungen und Vorstellungen davon, wie Zusammenleben funktionieren soll.
Das Problem: Wir Menschen scheuen Konflikte häufig.
Doch Demokratie bedeutet nicht, dass am Ende alle dasselbe denken. Es geht vielmehr darum, unterschiedliche Positionen auszuhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen und Kompromisse zu finden.
SPAX forderte die Jugendlichen deshalb auf, Haltung zu zeigen. Demokratie brauche Mut – und Menschen, die bereit sind, sich einzubringen.
Sein Gedanke: Entscheidungen haben Konsequenzen. Aber auch Nichtstun ist eine aktive Handlung.
Mehr Demokratie im Schulalltag?
SPAX sprach außerdem über das sinkende Interesse an politischem Engagement in der Gesellschaft. Gleichzeitig stellte er die Frage, wie wir einen Weg finden können, in einer Gemeinschaft miteinander zu leben. Dabei kommt auch der Schule eine wichtige Rolle zu. Jugendliche müssten mehr Demokratieerlebnisse bekommen – also nicht nur über Demokratie lernen, sondern sie tatsächlich erleben: diskutieren, entscheiden, Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Meinungen kennenlernen und gemeinsam Lösungen finden.
Beim Publikum kam das an. Die Schülerinnen und Schüler hörten gespannt zu. SPAX blieb dabei schülernah, direkt und authentisch – und verband persönliche Erfahrungen mit gesellschaftspolitischen Themen wie Empathie, Identität und Verantwortung.
Vom Vortrag direkt in den Kreativmodus
Nach der Performance ging es für den Kunst-Leistungskurs von Herrn Meyer direkt praktisch weiter. Gemeinsam mit SPAX und dessen Partnerin Hilke Vollmann entwickelten die Schülerinnen und Schüler auf sehr analoge DIY-Art eigene Flyer, die zur Teilnahme an der Kommunalwahl motivieren sollen.
Auf den Tischen lagen Zeitschriften, Stempel und jede Menge Möglichkeiten, kreativ zu werden. Die einzige wirkliche Vorgabe: Möglichst offen gestalten!
Die entstandenen Entwürfe wurden anschließend kopiert und vervielfältigt. In nächster Zeit sollen die Flyer an die wahlberechtigten Schülerinnen und Schüler verteilt werden.
Demokratie also nicht nur besprechen, sondern selbst etwas gestalten – passender hätte der Workshop kaum sein können.
Und natürlich: Ein Rap musste sein!
Dass ein Rapper bei einem solchen Vormittag nicht ohne Rap davonkommt, war eigentlich klar. Auf die eher spontane Bitte eines Schülers, doch noch etwas zu rappen, reagierte SPAX ganz gelassen.
Die Bedingung: Eine gute Frage zur aktuellen politischen Debatte.
Die Frage kam – und SPAX legte los. Ohne lange Vorbereitung, dafür mit jeder Menge Flow: ein spontaner Freestyle im Oldschool-Style über den politisch interessanten Vormittag.
Vielleicht war genau das der passendste Abschluss: Demokratie kann geplant sein, sie kann Diskussionen brauchen und manchmal kompliziert werden. Aber sie darf auch spontan, kreativ und überraschend sein.

Denn Demokratie ist kein Zuschauersport. Demokratie ist Mitmachsport.
Dank gilt dem niedersächsischen Kultusministerium für die Finanzierung dieses Proejttages.




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